Interview reliGlobal

Steckbrief
reliGlobal ist die gemeinsame Fachstelle der ALPIKA, in der das Team aus fünf Mitarbeitenden aus fünf Instituten seit dem 01.09.2023 das Ziel verfolgt, Globales Lernen im Religionsunterricht zu verankern. Kern der Arbeit ist die Entwicklung von innovativen Unterrichtsvorhaben und von darauf aufbauenden Fortbildungen, die trotz der Unterschiede zwischen den Bundesländern passgenau an die Standards der jeweiligen Kernlehrpläne ausgerichtet sind. Denn Lehrkräfte sollen die OER-lizensierten Inhalte möglichst unmittelbar verwenden und in ihren Unterrichtsalltag integrieren können.

Globales Lernen ermöglicht es Schüler:innen, sich die Komplexität der globalen Vernetzung zu erschließen, Orientierung zu finden und Handlungsmöglichkeiten zu entdecken. Und das in Bezug auf die großen Themen unserer Zeit: Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit, Frieden und Migration.
Gefördert wird das Projekt für drei Jahre von Brot für die Welt.
reliGlobal wird nicht nur im Rahmen der Zwischenfazit-Tagung am 24. und 25. Februar 2026 in Nürnberg vorgestellt, sondern stellt sich selber in diesem Interview vor. Am zweiten Tagungstag wird es einen Workshop zu reliGlobal geben. Zur Einstimmung auf den Workshop konnten wir mit Frank Behr und Dr. Jens Palkowitsch-Kühl vorher sprechen.
Interview
- Frage: Was genau ist reliGlobal?
reliGlobal ist eine Fachstelle der ALPIKA (Arbeitsgemeinschaft der Leiterinnen und Leiter der Pädagogischen Institute und Katechetischen Ämter), die seit September 2023 Globales Lernen im (ev.) Religionsunterricht verankert. Das kollaborativ arbeitende Projekt entwickelt OER-Materialien (Open Educational Resources) und Fortbildungen für alle Jahrgangsstufen, angepasst an die unterschiedlichen Kernlehrpläne der Bundesländer.
- Frage: Was macht reliGlobal für dich besonders?
Jens: reliGlobal zeichnet sich durch ein muliperspektivisches Team aus fünf Mitarbeitenden an fünf ALPIKA-Instituten aus, das digital und länderübergreifend arbeitet – via Videokonferenzen, NextCloud und WordPress. Die Materialien sind offen lizenzierbar, editierbar (z. B. als Word-Dateien oder H5P-Elemente) und basieren auf Quellen wie Brot für die Welt, um Perspektiven aus dem Globalen Süden einzubeziehen. Dadurch wird Globales Lernen nicht als Extra, sondern als integraler Bestandteil des regulären Curriculums etabliert, mit Fokus auf Themen wie Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit und SDGs.
Frank: reliGlobal hat aufgrund der Zusammensetzung des Teams, bestehend aus Mitarbeitenden von religionspädagogischen Instituten verschiedener Bundesländer, die jeweiligen in diesen bestehenden unterschiedlichen Lehr- und Lernvoraussetzungen bei der Entwicklung von Unterrichtsmaterialien im Blick. Außerdem entstehen Unterrichtsmaterialien für alle Jahrgangsstufen des deutschen Schulsystems. OER und OEP gehören zu den Zielvorgaben des Projektes.
- Frage: Auf eurer Website steht, dass reliGlobal - “das Ziel verfolgt, Globales Lernen im Religionsunterricht zu verankern”. Kannst du mir konkret anhand eines Beispiels erklären, wie das aussehen könnte?
Frank: Die Verankerung des Globalen Lernens im ev. Religionsunterricht wird dadurch angebahnt, dass konsequent Erfahrungen und Sichtweisen von Menschen aus dem Globalen Süden im konkreten, möglichst handlungsorientierten (ev.) RU in den Blick genommen werden. Globales Lernen wird nicht als Additum, sondern als wesentlicher Aspekt innerhalb des ganz normalen Curriculums, bzw. des alltäglichen Unterrichtsgeschehens verstanden und addressiert.
Jens: In einer Unterrichtsstunde zur Nahrungsmittelknappheit können Schüler:innen Videos und Texte von Menschen aus dem Globalen Süden analysieren, biblische Texte wie die Speisung zu reflektieren und handlungsorientiert Lösungen zu SDGs diskutieren – mit editierbaren OER-Blättern für Gruppenarbeiten.
- Frage: Was können wir von euch auf der Zwischenfazit-Tagung erwarten?
Besonders innovativ ist der Community-Ansatz: reliGlobal bietet bis 2026 Beratungen, Fachtagungen (lokal/virtuell) und eine offene Plattform für Lehrkräfte zum Austausch, Download und Vernetzung an.
Mit OER zu einer Kultur des Teilens

Unter diesem Titel steht unsere Tagung und darin sollen die Ergebnisse nicht nur diskutiert, sondern auf deren Grundlage dieser Überlegungen angestellt werden, wie die Arbeit an OER OEP fördern kann. Wir laden herzlich dazu ein, einen Einblick in die Alltagsrealität von OER-Communities zu gewinnen und gegebenenfalls eigene Erfahrungen oder Forschungsbefunde beizusteuern: Wie wird dort konkret zusammengearbeitet? Welche unterschiedlichen Formen von Communities existieren? Und welche Rolle spielen Institutionen wie Schulen oder Kirchen bei ihrer Entwicklung und Verstetigung?
Gemeinsam – und mit einer Haltung der Offenheit – möchten wir uns diesen Fragen nähern und das Phänomen OER-Community aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten. Wir wollen den Wünschen und Bedürfnissen der Communities Raum geben und gemeinsam überlegen, wie Hürden abgebaut werden können. Damit eine kollaborative Arbeit an OER noch stärker gefördert wird und OEP eine Grundlage für die Communities bildet.
Anmeldemöglichkeit und das vorläufige Programm finden Sie hier: 
Für Rückfragen wenden Sie sich gerne an Phillip Angelina: tagung-foerbico2026@fau.de.